Bonsaiarten

Was sind Bonsai ?

Bonsai (japanisch 盆栽, sinngemäß "Pflanzung in einer Schale") sind mit bestimmten Techniken gestaltete Bäume in einer Schale. Bonsai besteht aus den beiden Wortteilen Bon = Schale und Sai = Pflanze.

Bonsaibaum ist mit dem Begriff Bonsai in diesem Zusammenhang gleichzusetzen. Genaugenommen ist Bonsaibaum aber "doppelt-gemoppelt" da ein Bonsai immer ein Baum ist. Die meisten Bonsaifreunde benutzen für einen Bonsaibaum einfach den Begriff Bonsai.

Gleichzeitig ist Bonsai eine asiatische Gartenkunst um solche Bonsaibäume zu gestalten und zu pflegen. Sie wird vor allem in Japan, Korea und China praktiziert.

Weitere Informationen zum Thema Bonsai finden sie unter: Bonsai - Oft gestellte Fragen


Unter Bonsaiarten finden sie hier alle wichtigen Informationen zur Bonsaipflege der häufigsten Arten von Bonsai zusammengefaßt. Klicken sie einfach auf den sie interessierende Baumart.

Für Einsteiger in das Thema Bonsaigestaltung haben wir pflegeleichte Arten unter Bonsai für Anfänger zusammengestellt. Unter Bonsai kaufen finden sie nützliche Ratschläge vor einer Bestellung.

Bonsaiarten für das Zimmer

Bonsaiarten für Freiland oder Kalthaus


Oft gestellte Fragen

Sind Bonsai "Zwergbäume" und entsprechend klein ?

Im Duden steht für Bonsai: Es ist ein "Japanischer Zwergbaum" bzw. "in Japan geübte Kunst des Ziehens von Zwergbäumen". Die Ansicht, das Bonsai klein sind ist so verbreitet das das Wort Bonsai oft als Synonym für "klein" benutzt wird.

Die Meinung, dass Bonsai klein oder gar Zwergenhaft sind ist falsch. Ein Bonsai ist vor allem ein kunstvoll gestalteter Baum in einer Schale. Es hat nichts mit der Größe zu tun - wie man auf den Bildern sehen kann.



Sind Bonsai bestimmte Baumarten oder Züchtungen ?

Bonsai sind keine speziellen Baumarten oder Zuchtformen. Bonsai sind normale Bäume mit ihren spezifischen Bedürfnissen. Sie werden in Bonsaischalen kultiviert und durch verschiedene Techniken in Form und Größe beeinflusst. Ziel ist die Entwicklung eines harmonisch und altehrwürdig erscheinenden Baumes in einer Schale.

Aber es gibt besonders geeignete Bonsaiarten. Diese Arten vertragen das Beschneiden besonders gut (z.B. Ligusterbonsai, Azaleenbonsai). Ebenso gibt es Sorten (= Züchtungen) von Bäumen, die z.B. besonders kleine Blätter oder Nadeln haben (z.B. die Mädchenkiefersorten Zuisho und Kokonoe) und sich so besonders gut für die Gestaltung eignen.

Bonsai, Bonsais, Bonzai oder Bonsei - Was ist richtig ?

Im Internet wird oft nach Bonzai und Bonsei gesucht. Allein bei Google wird 2000 mal nach Bonsei pro Monat und nach Bonzai wird ca. 5000 mal gesucht. Aber was ist denn jetzt richtig ?

Mindestens eben so oft wird nach Bonsais gesucht. Selbst in angesehenen Onlinezeitschriften wird meist von Bonsais berichtet. Ist Bonsais die Mehrzahl von Bonsai ?

Wir haben mal im Duden nachgeschlagen und gefunden, das nur der Begriff Bonsai richtig ist. Sowohl in der Einzahl als auch in der Mehrzahl (d.h. der Bonsai und die Bonsai). Weder Bonsei noch Bonzai ist im Duden zu finden. Aus diesem Grund benutzen wir auf unseren Seiten unseres Angebots nur das Wort Bonsai. Die meisten langjährigen Bonsaifreunde halten es ebenso.

Botanische Namen

Sowohl im Shop als auch in den Beiträgen zur Bonsaipflege werden oft botanische (=lateinische) Namen für die Bonsai verwendet.

Warum benutzten wir die für einen botanischen Laien doch eher unverständliche Nomenklatur (= Namensgebung) ?

Der entscheidene Grund liegt in der Eindeutigkeit dieser Namen.

Für eine bestimmte Pflanzenart (ebenso für jede Tierart) existiert weltweit nur 1 lateinischer Artname. Was einen Laien meist verwirrt und Lehrlinge des Gartenbaus einiges an Lernleistung abverlangt, ist für den Eingeweihten ein wichtiges Mittel, Pflanzen und Tiere eindeutig zu unterscheiden und einzuteilen. Ebenso ist es für eine Verständigung auf internationaler Ebene über Sprachbarrieren hinweg überaus wichtig.

Hierzu ein Beispiel: Sie haben einen Ulmenbonsai gekauft und fragen einen Bekannten, wie dieser Bonsai überwintert werden muß. Der Bekannte wird ihnen besten Gewissens, eine Feldulme (Ulmus carpinifolia) vor Augen, eine Überwinterung im Freien, etwas eingeschlagen, empfehlen. Im Frühjahr gehen sie mit einer äußert schlecht aussehenden Ulme zum Bonsaifachhändler. Dieser wird ihnen evt. erklären, daß ihre Chinesische Ulme (Ulmus parvifolia) nicht im Freien bei -20°C sondern im Kalthaus bei 0-10°C überwintert werden sollte. Durch die Unschärfe der deutschen Bezeichnung haben sie einen schönen Baum verloren. Hätten sie nach Ulmus parvifolia gefragt, würde der Freund Ihnen höchstwahrscheinlich einen anderen Tip gegeben haben.

Auch ein japanischer Bonsaifreund hätte mit dem Begriff Ulme seine Schwierigkeiten. Ulmus parvifolia sagt ihm dagegen sehr wohl sofort etwas.

Der wissenschaftliche (lateinische) Fachbegriff Ulmus parvifolia wird nach den Regeln der binären (=doppelten) Namensgebung vergeben. Vom schwedischen Wissenschaftler Carl von Linné ca. 1750 eingeführt, ordnet diese Nomenklatur alle Pflanzen und Tiere nach bestimmten Kriterien in Familien, Gattungen und Arten ein.

Familien: Zusammenfassung von Gattungen mit ähnlichen Merkmalen. Namensgebend ist eine, meist typische Gattung (z.B. Ulmaceáe – Familie der Ulmengewächse - Gattungen z.B. Ulmus und Zelkova).

Gattung: Gruppe verwandter Arten (z.B. Ulmus – Gattung der Ulmen – Arten z.B. Ulmus caprinifolia, Ulmus parvifolia, Ulmus americana etc.).

Arten: Lebewesen, die normalerweise mit anderen Arten keine fruchtbaren Nachkommen erzeugen können.

Artnamen bestehen aus mindestens 2 Teilen, der Gattungs- und der Artbezeichnung. Der Gattungsname weist oft auf charakteristische Merkmale der Gattung hin. Die Gattung Acer wurde z.B. nach ihren oft spitzlappigen Blättern (lat. acer = spitz) benannt, der Gattungsname Hippocastanum weist darauf hin, daß diese Kastanien (Roßkastanien) nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind (Hippo = Pferd, castanum = Kastanie).

Die Artbezeichnung als 2. Teil eines vollständigen Artnamens gibt häufig Auskunft über das Vorkommen einer Art (z.B. Ulmus americana – die Ulme, die in Amerika wächst) oder deren Aussehen (z.B. Betula pendula – die Birke mit hängenden (=pendula) Ästen).

Bei der Namensvergabe werden fast ausschließlich lateinische oder griechische Begriffe genutzt. Der Grund hierfür liegt in der internationalen Bekanntheit beider Sprachen sowie daran, daß sie keinen Veränderungen mehr unterliegen.

Arten können sich natürlich oder durch Zucht bedingt in Unterarten, Varietäten und Sorten aufspalten. Dieser Tatsache wird man durch den Anhang weiterer Namensteile an den Artnamen gerecht. Ein sehr gutes Beispiel bietet die Art Acer palmatum – Fächerahorn. Wenn die fein gefiederten Blätter der Art geschlitzt sind, wird diese Varietät der Art als Acer palmatum dissectum bezeichnet. Rotblättrige Sorten mit geschlitzten Blättern heißen Acer palmatum dissectum atropurpureum, grünblättrige Acer palmatum dissectum viridis.

Anhand dieser Beispiele wird ersichtlich, daß es wichtig ist, sich auf eine gemeinsame Sprache zu einigen. Da diese Website umfangreiche Detailinformationen rund um das Hobby Bonsai anbieten will, wird in erster Linie der wissenschaftliche Name für Links oder Querverweise genutzt. Soweit möglich, werden bekannt deutsche oder englische Namen in den Artbeschreibungen des Arboretum aufgelistet.