Feuerdorn Bonsaipflege

PflegeGestaltungVorteile

Feuerdorn Bonsaipflege

Die Pflege von Feuerdornbonsai ist einfach. Sie treiben willig aus dem alten Holz aus und bilden schnell ansehbare Stämme aus. Auch das Umtopfen, die Bewässerung und die Düngung sind nicht kompliziert so das den Feuerdorn als guten Bonsai für Anfänger bezeichnen kann.

Kurz zur Pflege von Feuerdorn Bonsai:

  • Düngen: Ist in der Anzuchtphase ein starkes Wachstum gewünscht ist ein stickstoffreicher Bonsaidünger wie Biogold und Hanagokoro zu empfehlen. Bei fertigen Bonsai kann die Blüten- und Fruchtbildung verbessert werden durch Gabe von flüssigen Bonsaidüngern, die wenig Stickstoff enthalten.
  • Gießen: Einen Feuerdornbonsai sollte man gleichmäßig feucht halten. Besonders im Frühling und Frühsommer während der Blüte und der Fruchtreifung. Im Winter im Foliezelt oder Gewächshaus braucht der Feuerdorn durch die hohe Luftfeuchte weniger gegossen werden.
  • Überwintern: Eine helle und sehr kühle Überwinterung bei Temperaturen von 0-5°C ist optimal. Nur stärkere Dauerfröste über viele Tage sollten vermieden werden.
  • Umtopfen: Aller 3-4 Jahre werden Feuerdornbonsai mit leichtem Wurzelschnitt in eine gut durchlässige Bonsaierde wie Akadama umgetopft. Die beste Zeit dafür ist Anfang März.


Düngen | Gießen | Standort | Überwinterung | Umtopfen | Krankheiten, Schädlinge | Vermehrung


Düngen

Feuerdorn Bonsai werden während der Vegetationsperiode von März bis Anfang September mit den handelsüblichen Bonsaidüngern versorgt. Oft wird empfohlen vor und während der Blüte nicht zu düngen. Aus unserer Erfahrung können wir keinen Einfluss des Düngers (z.B. Abwerfen der Blüten) während der Blüte verzeichnen.

Allerdings ist zu beachten: Wenn schneller Zuwachs gewünscht wird ist ein Bonsaidünger mit hohem Stickstoffanteil (z.B. Biogold, Hanagokoro) zu empfehlen. Legen sie Wert auf reichlich Blüte und Fruchtbehang sollte ab Juni eher ein Dünger mit geringen Stickstoffanteil gewählt werden. Alle flüssigen Bonsaidünger sind geeignet. Diese Flüssigdünger enthalten nicht sehr viel Stickstoff (meist 3%).

Im Frühherbst kann evtl. Kali-Magnesia, Knochenmehl oder Fischmehl gegeben werden. Im Winter braucht nicht gedüngt zu werden.

Gießen

Ein Mittelmeer Feuerdornbonsai sollten gleichmäßig bewässert werden so dass das Bonsaisubstrat möglichst nie austrocknet. Ein Feuerdorn hält kurzzeitige Trockenheit gut aus. Diese sollte aber, besonders im Frühling vermieden werden da es sonst zum Abwurf der Blüten und Früchte sowie zum Welken der Blätter kommen kann.

Im Winter braucht ein Feuerdornbonsai deutlich weniger gegossen zu werden, besonders wenn er im ungeheizten Gewächshaus oder Foliezelt bei hoher Luftfeuchte überwintert wird.

Wenn ein Feuerdorn blüht sollte beim Gießen drauf geachtet werden das die Blüten nicht nass werden. Werden die Blüten zu oft zu nass kann die Fruchtbildung leiden.

Standort

Feuerdorn Bonsai sollten nicht in der Wohnung als Zimmerbonsai gepflegt werden. Sie gehören zu den Kalthauspflanzen (Mediterrane Bonsai) und ein vollsonniger bis halbschattiger Standort (im Hochsommer) im Freien ist förderlich für die Blüten- und Fruchtbildung.

Der beste Standort im Winter sollte hell und sehr kühl sein. Ein unbeheiztes Gewächshaus mit hoher Luftfeuchte ist im Winter optimal. Kurzzeitige Temperaturen unter 0°C wird besser toleriert als ein dunkler und warmer Standort im Haus.

Überwinterung

Ein Mittelmeer Feuerdornbonsai (Pyracantha coccinea) kann gut in einem unbeheizten Foliezelt oder Gewächshaus überwintert werden. Hier toleriert er gut Temperaturen bis -5°C aus. Erst ab -10°C treten erste leichte Schäden aus. D.h. während Dauerfrostperioden sollte er vor starken Frösten geschützt werden. Dann muss evtl. für 1-2 Wochen etwas geheizt werden.

Eine Überwinterung im Haus ist nicht zu empfehlen. Das schwächt einen Feuerdorn da er bei zu warmer Überwinterung seine Speicherstoffe verbraucht und der Austrieb im Frühjahr schwächer ist. Nur während kurzzeitiger Dauerfrostperioden ist evtl. eine Überwinterung in einem möglichst kühlen Raum angebracht. Sobald der Dauerfrost vorbei ist am besten wieder ins unbeheizte Gewächshaus stellen.

Die aus Asien importierten Feuerdorne (Pyracantha angustifolia) müssen im Winter etwas wärmer gepflegt werden. Hier sollten Temperaturen von -2 bis -3°C nicht deutlich unterschritten werden.

Umtopfen

Der Feuerdorn braucht eine gut wasser- und luftdurchlässige Bonsaierde wie Akadama. Oft wird noch etwas organisches Substrat zugemischt um die Blühfreude zu verbessern. Da Feuerdornbonsai aber auch im puren Akadama reichlich blühen kann auf eine Beimischung nach unserer Erfahrung verzichtet werden.

Umgetopft werden ältere Feuerdornbonsai aller 3-4 Jahre. Jüngere Bonsaibäume werden etwas häufiger umgetopft. Die beste Umtopfzeit ist Anfang März. Ein Wurzelschnitt ist möglich, sollte aber nicht zu radikal sein. 20-30% der Wurzeln zu entfernen ist unproblematisch.

Krankheiten, Schädlinge

Bei richtiger Pflege sind Feuerdornbonsai nicht sehr anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Manchmal kommt es zum Befall mit Blattläusen, die mit den handelsüblichen Schädlingsbekämpfungsmitteln gegen saugende Insekten gut behandelt werden können. Blattlausbefall kommt vor allem vor wenn sehr stickstoffreich gedüngt wird. Blattläuse lieben und brauchen Stickstoff.

Der Feuerdorn ist eine der Pflanzen, die von Feuerbrand befallen werden können. Dies kommt aber sehr selten vor. Bei Feuerdornbonsai ist uns kein Fall in den letzten 20 Jahren bekannt geworden. Der Feuerbrand ist eine bakterielle Krankheit und nicht wie häufig zu lesen ist ein Pilz. Entsprechend ist eine Behandlung mit Mittel gegen Pilze nicht erfolgreich. Wenn es zum Feuerbrand kommt muss der Bonsai sofort vernichtet werden.

Vermehrung

Der Feuerdorn lässt sich über Samen, Stecklinge und durch Abmoosen vermehren. Feuerdorn Jungpflanzen sind auch in jedem Gartenmarkt oder in Baumschulen in vielen Sorten erhältlich. Da die Anzucht aus Baumsamen mühevoll ist wird zum Kauf von Jungpflanzen geraten.

Feuerdorn Bonsaigestaltung

Feuerdornarten (Pyracantha) sind für die Gestaltung interessanter und auffälliger Blütenbonsai bestens geeignet. Bereits im Frühjahr erregen Feuerdornbonsai die Aufmerksamkeit durch ihre üppige, weiße Blütenpracht - gefolgt in den Sommermonaten von einer Unzahl an Früchten. Im Herbst färben sich die Beeren dann, je nach Sorte, von leuchtend gelb bis tiefrot. Meist hängen die Früchte lange am Baum.

Welche Vorteile hat ein Feuerdorn für die Bonsaigestaltung ?

  • Feuerdornbonsai sind mit ihren weißen Blüten im Frühjahr sehr attraktive Blütenbonsai.
  • Die je nach Sorten gelben, orangefarbenen oder roten Früchte machen einen Feuerdorn zum Blickfang einer Bonsaisammlung.
  • Die Früchte hängen sehr lange am Bonsaibaum. Dadurch hat man auch im Spätherbst bis in den Winter hinein seine Freude an einem Feuerdorn Bonsai.
  • Ein Feuerdorn kann als Bonsai nur durch Schneiden gestaltet werden.
  • Diese Bonsaiart treibt nach einem Rückschnitt gut und schnell wieder aus. Dadurch ist es ein guter Bonsai für Anfänger.
  • Die Rinde des Feuerdorn ist im Alter dunkel und leicht rissig. Das wirkt an einem Bonsai sehr gut.
  • Ein Feuerdorn bildet schnell einen dicken Stamm aus.
  • Als immergrüner Kalthausbonsai wirft er im Winter seine verhältnismäßig kleinen Blätter nicht ab.

Kurz zur Gestaltung von Feuerdorn Bonsai:

  • Drahten: Das Drahten von Feuerdornbonsai ist möglich, aber etwas beschwerlich. Zum einen stören die Dornen, die harten Äste brechen leicht beim Biegen und die Blätter des immergrünen Feuerdorns stören etwas beim Arbeiten. Für Anfänger ist eine Bonsaigestaltung nur durch schneiden ratsam.
  • Schneiden: Feuerdornbonsai sollten nicht zu spät im Jahr geschnitten werden weil man sonst einen großen Teil der Blütenknospen entfernt. Da der Feuerdorn nach einem drastischen Formschnitt selbst im alten Holz gut austreibt ist das Bonsai schneiden unkompliziert.


Drahten | Schneiden | Stile | Bonsaischalen | Blüten, Früchte | Rinde, Wurzeln | Sorten | Allgemeines


Drahten

Feuerdorn Bonsai können sehr gut nur durch Schneiden gestaltet werden. Aber das Drahten eines Bonsai ermöglich eine viel präzisere Gestaltung. Deshalb sollte auch bei einem Feuerdorn das Drahten des Bonsai als Gestaltungstechnik in Erwägung gezogen werden.

Beim Drahten eines Feuerdorn ist aber Vorsicht geboten. Zum ersten werden die Äste schnell hart und spröde und brechen so leicht beim Formen. Zum anderen kann man sich an den Dornen ordentlich stechen. Da der Feuerdorn immergrün ist stören die Blätter auch ein wenig beim Drahten.

Am besten kann man den Bonsaidraht nach einem Blattschnitt anlegen. Es ist aber auch ohne möglich. Am besten werden die neuen triebe am Ende des Sommers gedrahtet. Dann sind sie noch nicht allzu hart und der Draht kann bis zum nächsten Frühjahr am Bonsaibaum bleiben.

Zum Entdrahten der Bonsai nimmt man am besten eine Drahtschere oder Bonsai Drahtzange. Damit kann man den Draht gut in kleine Stücke schneiden und entfernen.

Schneiden

Die meisten Feuerdornsorten haben kleine Blätter und vertragen als Bonsai einen radikalen Schnitt sehr gut. Sie können den Feuerdorn mit einer scharfen Bonsaischere oder Konkavzange bis weit ins alte Holz kräftig zurückschneiden. Die Pflanzen treiben danach wieder willig aus. So läßt sich ein kompakter Wuchs leicht erreichen.

Unbeschnitten im Feld oder größeren Baumschulcontainer wachsen die Triebe im Sommer bei guter Düngung flott voran. So lässt sich schnell ein neuer Hauptast aufbauen oder durch Opferäste Dickenzuwachs am Stamm erreichen. Sorten mit kleinere Blättern wachsen meist etwas langsamer.

Wenn im nächsten Jahr auf reichlich Blüten und Früchte Wert gelegt wird sollte nicht zu spät zu drastisch geschnitten werden. Wird noch im Juli-August zu stark geschnitten entfernt man oft viele der Blütenknospen.

Sich weit unten am Stamm oder an Schnittwunden bildende Triebe sollten frühzeitig entfernt werden. Sie können leicht ausgebrochen werden.

Stile

Die Besenform ist für Feuerdorn Bonsai ungeeignet. Meist wird diese Bonsaiart frei aufrecht (Moyogi) oder in der geneigten Form (Shakan Stil) gestaltet. Aber auch der Halbkaskadenstil, evtl. sogar der Kaskadenstil ist passend, besonders wenn der Feuerdorn reichlich Früchte trägt.

Passende Bonsaischalen

Feuerdornbonsai mit ihrer weißen Blütenpracht und den farbenfrohen Früchten sind am besten in eine glasierte Bonsaischale zu topfen. Bei roten Früchten eigen sich gut Bonsaischalen in einem Blauton (Komplementärfarbe). Feuerdornbonsai gehören zu den Kalthausbonsai, die auch leichte Fröste tolerieren. Deshalb sollte möglichst eine frostfeste, handgetöpferte Bonsaischale ausgewählt werden. Die günstigen Bonsaischalen (für Zimmerbonsai hergestellt) sind nach unserer Erfahrung auch zu fast 100% frostfest. Bei diesen Schalen kann aber nicht zu 100% die Frostfestigkeit garantiert werden.

Unglasierte Bonsaischalen sind weniger geeignet, aber nicht ausgeschlossen. Wenn unglasiert dann sollte die Farbe zum dunklen Stamm passen. Dunkelgraue oder dunkelbraune, unglasierte Schalen würden in manchen Fällen passen. Für größere Gartenbonsai sind geeignete Schalen unter Große Bonsaischalen zu finden.

Feuerdornbonsai mit ihrer rundlichen Krone passen ganz gut in eine ovale Bonsaischale. Rechteckige Bonsaischalen sind ebenso geeignet, besonders wenn die Ecken etwas abgerundet sind. Höhere, runde Bonsaischalen eignen sich besonders für Feuerdornbonsai im Halbkaskaden oder Kaskadenstil. Flache Schalen sollten gemieden werden. Der Feuerdorn mag etwas mehr Substrat in der Schale. Untersetzer werden nicht benötigt weil Feuerdornbonsai nicht in der Wohnung gepflegt werden sollten.

Geeignete Schalen für Prebonsai in der Anzuchtphase sind die Kunststoff Bonsaischalen. Die dunkelbraune Farbe der Schalen passt zwar nicht optimal zum Stamm eines Feuerdorns. Dafür sind diese Plastikschalen aber frostfest und UV-stabil. Für 2-3 Jahre alte Jungpflanzen in der Anzucht nimmt man am besten Plastik Pflanztöpfe.

Blüten, Früchte

Sowohl die weißen Blütendolden im Frühjahr als auch die (je nach Sorte gelben, orangefarbenen oder roten) Früchte sind sehr attraktiv. Die Früchte hängen sehr lange am Baum (wenn sie nicht von Vögeln gefressen werden).

Rinde, Wurzeln

Die Rinde des Feuerdorn ist als junger Baum grau. Im Alter wird der Stamm dunkeler und etwas rissig, was sehr passend zu einem Bonsai ist.

Arten und Sorten

Vom Feuerdorn gibt es eine Unmenge an unterschiedlichen Sorten mit verschiedenfarbigen Früchten. Die genaue Bestimmung der Sorten ist oft schwierig.

Für die Bonsaigestaltung werden meist 2 Arten genutzt: Pyracantha angustifolia aus China und Pyracantha coccinea (Mittelmeer-Feuerdorn) aus Südeuropa. Der Mittelmeer-Feuerdorn ist etwas winterhärter als P.angustifolia. Ansonsten sind beide Arten bestens als Bonsai geeignet.

Allgemeines

Der Feuerdorn (botanisch Pyracantha) gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae, Kernobstgewächse). Er ist in Natura ein kleiner, immergrüner, dichtverzweigter Strauch mit einer Höhe von bis zu 5m. Das Wachstum ist nicht allzu stark.

Zur Gattung Pyracantha gehören ca. 10 Baumarten, die in lichten Wäldern oder Waldrändern von Südeuropa bis China vorkommen. Der Name Pyracantha leitet sich von Pyros (Feuer) und Acanthos (Dorn) ab und weißt auf die roten Früchte und das Vorhandensein von spitzen Dornen hin.