Aprikosen Bonsai Pflege

Aprikosen Bonsai: Spektakuläre Blüten + Rauhe Borke ✅ Tipps zur Pflege und Gestaltung ✅

Bonsai Pflege

Aprikosen Bonsai gehören zu den wenigen Bonsai-Baumarten, die bereits am Ende des Winters (manchmal schon Ende Januar) blühen. Sie sind in Japan weit verbreitet, in Europa sind diese Bonsai aber sehr selten zu bekommen.

Pflege von Aprikosen Bonsai - kurz und knapp: Düngen: Von März bis September, Gießen: Mässig, aber nicht austrocknen lassen, Überwintern: Winterhart, Umtopfen: Anfang März in eine gut durchlässige Bonsaierde

Düngen 🌳 Giessen 🌳 Standort 🌳 Überwinterung 🌳 Umtopfen 🌳 Krankheiten, Schädlinge 🌳 Vermehrung

Düngen

Japanischer Aprikosenbonsai (Prunus mume)
Aprikosenbonsai (Prunus mume)

Aprikosen Bonsai düngen wir im Frühjahr-Sommer mit mineralischem Dünger sehr stickstoffreich. Später, ab Ende August eher Kalium- und Phosphatbetont. Da bei Einsatz von mineralischem Dünger (Nährsalze) immer die Gefahr der Überdüngung (z.B. durch Rechenfehler bei der Verdünnung) oder der Versalzung besteht empfehlen wir den Einsatz organischer Bonsaidünger.

Der Biogold Bonsaidünger sowie der Hanagokoro Dünger sind gut geeignet und leicht einsetzbar. Bonsai Flüssigdünger werden bei Aprikosen seltener eingesetzt, sind aber grundsätzlich auch geeignet. Bei den Flüssigdüngern können sie in der Wuchsperiode das Doppelte der angegebenen Menge geben.

Giessen

Japanische Aprikosen sollten im Sommer nicht unter Wassermangel leiden. Also regelmässig den Bonsai gießen. Bei Wassermangel im Hochsommer entwickeln sich weniger Knospen oder sie fallen im Extremfall sogar ab. Im Herbst und Winter braucht man den Bonsai nur sparsam gießen.

Standort

Vollsonnig. Nur im Hochsommer ist eine leichte Schattierung besser für die Entwicklung.

Überwinterung

Prunus mume Bonsai sind winterhart. Bei Überwinterung im Freien einen schattigen, windgeschützten Standort wählen und die Schale im Boden einsenken oder mit Mulch abdecken. Gibt es längere Perioden mit Dauerfrost muss man den Bonsai vor dem Austrocknen durch Abdeckung z.B. mit einer Folie schützen. Diese sollte sofort wieder entfernt werden wenn der Dauerfrost beendet ist.

Wir überwintern die Aprikosen im unbeheizten Foliezelt. Die Temperaturen sollten aber im Foliezelt oder Gewächshaus nicht zu hoch sein. Selbst bei sehr tiefen Minusgraden kann bei Sonnenschein die Temperatur im Gewächshaus schnell auf 20°C steigen. Deshalb im Winter gut lüften sobald es zu warm wird.

Aprikose (Prunus mume) - Sorte Benichidori
Aprikosenblüte - Sorte Benichidori

Umtopfen

Junge Bäume werden aller 2-3 Jahre umgetopft. Später reicht oft ein 4-5 Jahreszyklus. Das dazu benutze Bonsaierde sollte gut durchlässig sein. Auch bei der Aprikose hat sich die Japanische Bonsaierde Akadama bewährt.

Krankheiten, Schädlinge

Wenn Aprikosen nicht regelmäßig und kräftig zurückgeschnitten werden vergreisen Zweige der Aprikosen Bonsai schnell und sterben regelmäßig ab. Der Grund hierfür ist wahrscheinlich die Anfälligkeit von Prunus mume Bonsai für Pilzbefall. Dies ist bei sachgemäßem Rückschnitt aber kein Problem weil die Aprikosen gut und willig wieder austreiben.

Aprikosen zeigen, besonders wenn sie den Bonsai stickstoffreich düngen, im Sommer regelmäßig einen Befall der Blätter mit Pilzen (wahrscheinlich Rostpilze). Dies lässt sich aber gut vermeiden durch 1-2 vorbeugende Spritzungen gegen Rostpilze im Mai und Juni.

Aprikose (Prunus mume) - Aussaat
Aprikose (Prunus mume) - Aussaat

Ebenfalls bei stickstoffreicher Düngung kann es zum Befall mit Blattläusen kommen. Hier sollte nur bei stärkerem Befall mit einem Insektizid gegen Blattläuse angekämpft werden. Ein paar Blattläuse lassen sich gut mit einer verdünnten Seifenlösung abspülen. Schädlingsbekämpfungsmittel, die Parathion oder verwandte Substanzen enthalten sind mit Vorsicht einzusetzen. Es kann zu leichtem Blattfall kommen nach der Spritzung. Die Aprikosen überstehen dies aber gut.

Vermehrung

Die Japanische Aprikose kann durch Samen vermehrt werden. Dazu muss der Samen stratifiziert und im Frühjahr ausgesät werden. Da die Stratifizierung von Baumsamen aber nicht so leicht ist raten wir davon ab. Die Ausbeute nach Aussaat der Japanischen Aprikose ist meist gering und auch unter guten Bedingungen selten höher als 20%.

Die Vermehrung durch Stecklinge ist möglich, aber ebenfalls nicht einfach. Aprikosen bilden nicht so einfach Wurzeln. Zusammenfassend empfehlen wir in entsprechend spezialisierten Betrieben sich Jungpflanzen zu kaufen. Die kosten ca. 10-15 Euro und sparen viel Ärgen und Zeit.

Gestaltung

Gestaltung von Aprikosenbonsai - zusammengefaßt: Drahten: Ältere Äste brechen leicht - Vorsicht beim biegen, Schneiden: Immer 2-3 Knospen an einem Triebende belassen.

Drahten 🌳 Schneiden 🌳 Stile 🌳 Blüten, Früchte 🌳 Rinde, Wurzeln 🌳 Allgemeines 🌳 Sorten

Japanische Aprikose (Prunus mume) Weiß blühender Bonsai
Weiß blühender Aprikosenbonsai

Drahten

Zweige der Aprikose härten schnell aus und sind recht brüchig. Beim Drahten eines Bonsai muss entsprechend vorsichtig verfahren werden.

Sobald ein neuer Trieb leicht verholzt ist, ist es die beste Zeit zum Drahten. Dazu wird der Bonsaidraht im Winkel von 45° um den Ast gewickelt und danach der Trieb langsam und vorsichtig in die gewünschte Position gebogen. Kräftigere Äste werden am schonendsten durch Herunterspannen mit sehr dünnem Draht (1mm Aluminiumdraht reicht) in die neue Form gebracht

Schneiden

Die Japanische Aprikose blüht ausschließlich an den neuen Trieben des Vorjahres. Wenn sie im nächsten Frühjahr reichlich Blüten haben möchten ist es wichtig, die Triebe bald nach der Blüte zurückzuschneiden. Der Neuaustrieb kann dann nochmals im Frühsommer zurückgenommen werden. Danach - so ab Ende Juli, lässt man den Bonsai ohne Rückschnitt weiter wachsen. Nach dem Frühjahrsrückschnitt (auf 2-3 Blattknospen) entwickeln sich aus den Blattknospen Triebe, die nicht so stark wachsen wie ohne einen solchen Rückschnitt. D.h. soll sich ein Zweig schnell verdicken schneidet man am besten im Frühjahr nicht. Aber immer im Hinterkopf behalten das solche Triebe schnell vergreisen und evtl. nach ein paar Jahren absterben können. Die Blütenknospen entwickeln sich im Spätsommer-Herbst an den neuen Trieben. Wenn die neuen Zweige im Herbst geschnitten werden würden viele Blütenknospen im Frühjahr fehlen.

Aprikosenbonsai (Prunus mume benichidori)
Prunus mume benichidori

Beim Rückschnitt im Frühjahr ist zu beachten, das Prunus mume nur schwer aus dem Alten Holz austreibt. D.h. man sollte an jedem Zweig mindestens 1, besser 2-3 Blattknospen stehen lassen. Dabei sollte man sehr genau hinschauen das es wirklich Blattknospen sind, die noch am Baum verbleiben. Wenn man kurz nach der Blüte und vor dem Blattaustrieb schneidet kann man gut die Blattknospen erkennen. Später im Jahr ist es sehr viel schwieriger. Im Zweifel lieber ein paar Knospen mehr am Baum belassen.

Beim Erkennen der Blüten- und Blattknospen sollte man sich nicht nur an den Knoten orientieren. An manchen Knoten bilden sich sowohl Blatt- als auch Blütenknospen, an anderen Knoten nur eine von beiden.

Aprikosentriebe werden schnell dick und hart. Wenn sie ihren Bonsai beschneiden wollen ist oft eine scharfe Konkavzange besser geeignet als eine Bonsaischere.

Ein Versiegeln der Schnittenden mit Bonsai Wundverschlussmittel ist hilfreich gegen das Eindringen von Pilzen über die Schnittstellen. Werden mehrere Aprikosen geschnitten ist ein gründliches Säubern der Werkzeuge gut gegen die Übertragung von Pilzen von Baum zu Baum.

Stile

Aprikosen sind prinzipiell für die verschiedensten Bonsaistile geeignet. Aprikosenbonsai werden meist frei aufrecht (Moyogi Stil) oder leicht geneigt (Shakan Stil) gestaltet. Auch Halbkaskaden (Han-Kengai Stil), Kaskaden (Kengai Stil) und Doppelstämme (Sokan Stil) sowie Zwillingsstämme (Soju Stil) sind gut möglich und passen zur Aprikose. Eine Besenform ist unüblich und sieht nicht gut aus.

Oft findet man aber sehr unkonventionelle Gestaltungen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass Aprikosen Bonsai vor allem durch ihre Blüte und die borkige Rinde wirken. Allein der Kontrast einer dramatisch gestalteten Aprikose mit dunkler Rinde und weißen Blüten am Ende des Winters lässt die Einordnung in eine bestimmte Form in den Hintergrund treten.

Aprikose (Prunus mume) - Bonsai mit Früchten
Aprikosenbonsai mit Früchten

Blüten, Früchte

Die Japanische Aprikose blüht als Art weiß, diverse Sorten haben rosa oder rote Blüten. Da viele Aprikosenbonsai aufgepfropfte Zweige haben können Bonsai auch verschiedenfarbige Blüten aufweisen. Die in Japan besonders bekannten Aprikosensorten Hibai (rot) und Yabai (weiß, entspricht am meisten der Wildform) haben 5 Blütenblätter. Viele andere Sorten haben deutlich mehr. Die Blüte der Japanische Aprikose duftet angenehm und meist sehr stark. Die 2-3cm großen Früchte reifen im Juli.

Sollen Triebe von schon blühenden Bäumen auf andere Aprikosen gepfropft werden ist das zeitige Frühjahr eine gute Zeit.

Die 2-3cm großen Früchte reifen im Juli. Wenn zur Blütezeit genug Insekten fliegen bilden sich auch an Aprikosen Bonsai Früchte.

Rinde, Wurzeln

Ältere Aprikosenbonsai haben eine dicke, borkige Rinde sowie meist viel Totholz. Oft sind sie auch ausgehöhlt. Die ca. 1-2cm großen, je nach Art oder Sorte weiß bis roten Blüten bilden dazu einen interessanten Kontrast. Die oft reichlich vorhandenen toten Ast- und Stammpartien sind bei vielen Steinobstgewächsen, zu denen die Japanische Aprikose gehört, völlig normal.

Die Wurzeln sind bei der Gestaltung von Aprikosenbonsai meist nicht wichtig da der Schwerpunkt auf der Blüte liegt. Die Verbesserung der Wurzeln durch Abmoosen des Bonsai funktioniert fast nicht. Prunusarten lassen sich nur schwer Abmoosen. Meist sind die erhältlichen Aprikosen auch schon älter, was das Abmoosen erschwert. Am besten sollte man versuchen, die Wurzeln über die Jahre beim Umtopfen des Bonsai zu verbessern. D.h. wenn genügend gute Wurzeln vorhanden sind können unpassende Wurzeln entfernt oder in eine bessere Position gebogen werden.

Sorten

Von der Japanische Aprikose sind in Japan viele Sorten (ca. 100) im Umlauf. Neben weißen Blüten können Bonsai auch rosa oder rote (z.B. Prunus mume Sorte Benichidori) und auch gefüllte Blüten haben. Besonders bekannte Aprikosen-Sorten sind Hibai (rot blühend) und Yabai (weiß blühend).

Allgemeines

Die Japanische Aprikose (botanisch Prunus mume, japanisch Ume, Familie Rosengewächse - Rosaceae) stammte ursprünglich aus Südchina und ist heute vor allem in Japan, Korea und Taiwan verbreitet. In der Natur wächst die Japanische Aprikose in lichten Wäldern bis 3000m Höhe und wird bis 10m hoch.

Bonsai - Bilder

Japanische Aprikose (Prunus mume) - Ausbeute nach Aussaat im März

Japanische Aprikose (Prunus mume) Ausaat

Japanische Aprikose (Prunus mume) - Sorte Benichidori- Blüte Anfang Februar

Japanische Aprikose (Prunus mume) Benichidori Blüte

Japanische Aprikose (Prunus mume) - Bonsai mit Früchten im Juli

Japanische Aprikose (Prunus mume) Bonsai mit Früchten

Japanische Aprikosebonsai (Prunus mume)

Japanische Aprikosenbonsai (Prunus mume)

Japanische Aprikose (Prunus mume) Weiß blühender Bonsai

Japanische Aprikose Benichidori (Prunus mume benichidori)

Oft gestellte Fragen

Warum blüht mein Aprikosen Bonsai nicht ?

Falls ein Aprikosenbonsai (Prunus mume) nicht blüht liegt das meist an 3 Gründen:

  • Der Baum ist noch zu jung. Prunus mume blüht meist erst nach 1-2 Jahrzehnten, häufig aber auch erst nach 30-40 Jahren. Hier hilft nur warten oder das Aufpfropfen von Zweigen einer schon blühenden Aprikose.
  • Der Bonsai wurde nicht gut gepflegt und ist zu schwach. Dann am besten einen Fachmann fragen um den Pflegezustand bis zur nächsten Blütenbildung zu verbessern.
  • Durch zu späten und starken Rückschnitt wurden viele oder alle Blütenknospen entfernt. In diesem Fall einfach im nächsten Jahr nicht zu spät und zu stark zurückschneiden.