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Was ist Bonsai ? Was ist ein Bonsai ? Gedanken von Horst Krekeler

Autor: Horst Krekeler

Bonsai, dieses faszinierende Hobby mit den kleinen Bäumen, haben wir vor 30-35 Jahren von Japan übernommen. Wir waren begeistert von dem Japanischen Flair.

Wir versuchten japanisch zu arbeiten, japanisch zu denken, ja wir versuchten sogar japanischer zu denken als die Japaner. Wir glaubten, nur Japaner seien in der Lage, solche Naturschönheiten zu gestalten. Wir grübelten über japanische Regeln in der Gestaltung und über japanische Arbeitstechniken nach.

Bonsai Wkshop mit Host Krekeler 2004 in Mockrehna

Wir waren frustriert, wenn uns dieses oder jenes nicht gelang, wenn dieser oder jener Baum nicht so aussah wie die japanischen Vorbilder. Wir veranstalteten Wettbewerbe und Prämierungen, um die >>besten<< Bäume herauszufinden.Wir fingen an, von falsch und richtig zu sprechen. Damit fingen wir an zu beurteilen und zu verurteilen.

Wir kamen durch die Verurteilung und Beurteilung auf einen Weg, der vielen Liebhabern die Freude an diesem Hobby nahm. Sie wollten dieses Hobby ja nur zu ihrer eigenen Freude an diesen kleinen Bäumen betreiben. Sie wollten eigentlich keine große Kunst und keine höchste Perfektion.

Sie wollten auch eigentlich nicht die große Öffentlichkeit mit all den großen offiziellen Beurteilungen und Prämierungen. Was sie vielleicht nur suchten waren Gleichgesinnte, mit denen sie Erfahrungen austauschen konnten und mit denen sie gemeinsam im >>Sandkasten<< spielen konnten.

Ist das so verkehrt ?

Ich glaube nicht, denn in meinen Augen haben diese Leute einen Weg in unserer Szene gefunden, der ihnen persönlich sehr viel bringen kann, da sie auf diese Weise ohne viel Streß, nur zu ihrer eigenen Erbauung arbeiten - oder besser gesagt - spielen können.

Ich glaube, das Wort >>spielen<< ist in unserem Hobby das richtige Wort für das, was wir mit unseren Bäumen tun. Die Bezeichnung Arbeit für unsere Beschäftigung sollten wir möglichst meiden. Freiwillig arbeiten tut niemand gerne.

Zum Spielen ist jeder viel eher bereit und zum Spielen findet man viel eher Zeit als zum Arbeiten, weil man es gerne tut.

Nur leider gibt es kaum ein Spiel ohne irgendwelche Regeln - ob das jetzt >Mensch-ärgere-Dich-nicht< heißt oder >Burgenbauen< im Sandkasten. Überall muß man sich irgendwie arrangieren. Doch eine Freiheit haben wir bei all diesen Spielen: wenn uns eine Regel hindert, unseren Spaß zu haben, dann ändern wir sie eben und schneiden sie auf unsere Bedürfnisse zu. Und schon läuft das Spiel wieder richtig.

Dieser Vergleich mag wie alle unsere Vergleiche ein wenig hinken, aber ein bißchen ist es auch in unserem Hobby so. Nun, Regeln oder Empfehlungen müssen wohl irgendwo sein, auch wir kommen da nicht ganz umhin.

Die Fakten, die dort in diesen Regeln beschrieben werden, sind ja auch gar nicht so schlimm, sie stimmen ja im Prinzip. Was uns sehr viel mehr zu schaffen macht ist vielleicht die Sprache, in der sie in den Publikationen dargestellt sind.

Wir versuchen sie vom Kopf her immer wie Kochrezepte in Linien und Bewegungen und Proportionen umzusetzen - nach dem Motto: Man nehme ... !

Was wir aber machen ist Modellieren mit Pflanzen und kreatives Gestalten von Bäumen, nach dem Vorbild aus der Natur. Genau das darf nur zum Teil aus dem Kopf kommen.

Viel entscheidender ist das, was aus dem Bauch kommt, die Stimmungen, die Emotionen und die zufälligen Eingebungen.

Genau hier behindern uns oft die Regeln, wenn wir uns zu streng an sie anklammern. Dann wird das Auspendeln für sehr viele oft schwierig, weil man die Sprache in den Regeln über den Kopf nicht so recht in die Hände umsetzen kann. Vielleicht sollten wir zum besseren Verständnis einfach nur die Sprache ändern.

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