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Baumsamen-Stratifizierung = Samenvorbehandlung bei der Vermehrung heimischer Bäume

Bonsai Samen
Bonsai Samen

Baum Samen - Keimhemmung und Stratifikation

Baum Samen für die Bonsai Anzucht zu benutzen ist ein langwieriger Weg, aber er ist möglich. Um erfolgreich bei der Aussaat von Baum Samen zu sein ist es wichtig, sich vor der Aussaat genau über die notwendige Vorbehandlung zu informieren.

Sehr oft ist die Vorstellung anzutreffen, dass die Vermehrung von Bäumen durch Samen einfach zu bewerkstelligen ist. In vielen Fällen ist das aber nicht so. Meist müssen eine Reihe von Bedingungen erfüllt sein, um die Keimung auszulösen. Diese Erfordernisse variieren von Baumart zu Baumart. Oft ist ein spezielles Behandlungsschema für den jeweiligen Baumsamen erforderlich.

Bei der Aussaat von keimfähigen Baumsamen ist die Einhaltung einer optimalen Feuchtigkeit und Temperatur sowie eine gute Versorgung mit Sauerstoff sehr wichtig. Manchmal ist Licht ein wichtiger Faktor für die Keimung. Meist wirkt Licht eher keimungshemmend.

In der Praxis oft nicht beachtet ist eine ganz wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Aussaat von Baum Samen die Brechung der Keimruhe (=Stratifikation oder Stratifizierung).

Es ist zu beobachten, dass die Samen vieler heimischer Gehölze trotz Reife nicht keimen wollen und das, obwohl die notwendigen Bedingungen (Feuchte, Temperatur, Sauerstoff, Licht) scheinbar erfüllt sind. Der Grund hierfür ist das Vorliegen einer Keimhemmung bzw. Keimruhe. Diese Keimhemmung wird meist im Verlaufe des Winters abgebaut und verhindert ein zu frühes Auskeimen der an unser Klima angepassten Baumarten.

Keimhemmung von Baumsamen - Gründe:

1. Keimruhe durch unterentwickelten Embryo

  • Embryo ist bei Ernte noch nicht voll entwickelt und muss nachreifen bei Temperaturen um die 13-18ºC
  • Empfohlenen: Warm-Nass-Behandlung oder Ernte von unreifen Samen / sofortige Aussaat in warmes Saatbeet
  • Beispiele: Pinus cembra, Ginkgo biloba, Celtis, Cornus, Cotoneaster, Crataegus, Fraxinus, Sambucus, Tilia

2. Keimruhe durch ruhenden Embryo

  • Baumsamen mit voll entwickelten Embryo, der sich in tiefer Ruhe befindet
  • Ruhe lässt sich nur durch ein- bis mehrmonatige Kältebehandlung bei ca. 4-5°C überwinden
  • Nicht zu früh höheren Temperaturen aussetzen, da sonst eine sekundäre Keimruhe eintreten kann

3. Keimruhe durch für Wasser und Gas undurchlässige Samenhülle

  • Harte Samen- bzw. Fruchthülle des Baumsamen muss durch Mikroorganismen aufgeweicht werden
  • Oft brauchen solche Samen mehr als eine Wachstumsperiode zur Überwindung der Keimruhe
  • Ruhebrechnung durch: Schalenritzung, Behandlung mit heißem Wasser oder konzentrierter Schwefelsäure
  • Beispiele: Cornus, Cotoneaster, Crataegus, Leguminosen, Malvengewächse, Lilien

4. Keimhemmende Stoffe im Fruchtfleisch oder Samenhülle

  • Kommt häufig bei Beeren- und Steinfrüchten vor und wird oft durch organische Säuren verursacht.
  • Diese Keimruhe lässt sich leicht überwinden durch Entfernen der Samenhülle und des Fruchtfleisches.
  • Oft können sie danach ausgesät werden oder es folgt eine normale Kältestratifikation.
  • Beispiele: Acer, Carpinus, Fagus, Tilia

5. Keimhemmung durch harte Samenhülle

  • Bei manchen Baumarten ist die Samenhülle so hart, das sie von dem Embryo bzw. der Keimwurzel nicht sofort durchbrochen werden kann. Eine solche Samenhülle dient oft bei der Samenverbreitung (z.B. durch Vögel) als mechanischer Schutz. Diese Keimhemmung kann am besten durch Anritzen der Samenhülle beseitigt werden.

6. Sekundäre Keimruhe

  • Bedingt durch ungünstige Bedingungen (hohe Temperaturen, Sauerstoffmangel, dauerhafte Dunkelheit oder Helligkeit, Trockenheit) können manche Samen in eine sekundäre Keimruhe fallen.
  • Eine sekundäre Keimruhe ist meist schwer zu überwinden. Es kommen dabei die gleichen Methoden zur Anwendung wie zum Brechen einer Primären Keimruhe.

7. Keimhemmung durch nicht adäquate Temperatur

Pflanzen können, bezüglich des Temperatur-Einflusses auf die Keimung, in 4 Gruppen eingeteilt werden:

  • A. Tolerant gegen Kälte: Keimung bei 1-5 °C möglich, bevorzugen aber höhere Temperaturen von 25º-30º C.
  • B. Benötigt Kühle: z.B. Mediterrane Pflanzen (heiße Sommer / kühlen Winter).
  • C. Höhere Temperatur von mindestens 10-15ºC notwendig: z.B. Baumwolle.
  • D. Die letzte Gruppe benötigt alternierende, oft auch tägliche Wechsel von hohen und niedrigen Temperaturen.

8. Keimhemmung durch fehlende physiologische Stimuli

  • Eine Reihe von Pflanzen benötigt zur Keimung bestimmte Bedingungen wie Trockenheit, Licht oder Verdunklung. Oft ist diese Keimhemmung leicht und einfach durch kurze Behandlung mit dem richtigen Stimulus zu beheben.

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