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Mykorrhiza Pilze: Wichtige Helfer für unsere Bonsai in Stresssituationen

Mykorrhiza Pilze für Pflanzerden (auch Bonsaierden) werden heute grosstechnisch erzeugt und oft den Pflanzsubstraten (z.B. Cuxin Bonsaierde) bereits bei Abpackung zugesetzt.

Mykorrhizapilz Fruchtkörper an einem Eichenbonsai
Mykorrhiza an Bonsai Eiche

Mykorrhiza in Bonsaierden - Warum ?

Im folgenden Beitrag wollen wir den Vorteil von Mykorrhiza in Bonsaisubstraten erläutern.

Direkt übersetzt bedeutet Mykorrhiza Pilzwurzel (mykes=Pilz, rhiza=Wurzel). Dieser Begriff ist ebenso treffend wie irreführend.

Mykorrhiza Fruchtkörper an einer Bonsai Jungpflanze
Mykorrhiza an Bonsai Eiche Jungpflanze

Mykorrhiza ist keine Pilzwurzel. Es ist eine enge Partnerschaft zwischen verschiedenen Pilzen und Pflanzen, besonders den Wurzeln der Pflanzen. Eine solche Partnerschaft wird Symbiose genannt und wird immer zum Nutzen beider Partner eingegangen. Jeder Teil leistet etwas und bekommt dafür etwas.

Das Vorhandensein von Mykorrhiza ist seit langen bekannt. Bereits 1885 findet man in den Berichten der Deutschen Botanischen Gesellschaft einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema. Seitdem wurde viel geforscht und so ist heutzutage eine Vielzahl von Informationen über Mykorrhiza verfügbar.

So ist z.B. bekannt, dass Mykorrhiza keine seltene Laune der Natur ist. Sie kommt sehr häufig und in vielen Varianten vor und ermöglicht es beiden Partnern, sich besser in der Natur zu behaupten. Ca. 80% aller Landpflanzen sind in der Lage, eine Symbiose mit Mykorrhiza Pilzen einzugehen. Es gibt fast keine Baumarten, bei denen nicht Mykorrhizen gefunden wurden.

Auf der anderen Seite gibt es ca. 5000 Mykorrhizabildende Pilzarten. Auf die Wichtigkeit einer Mykorrhiza-Symbiose weisst auch der Fakt hin, das besonders Pflanzen an Nährstoffarmen und an kalten Standorten diese ausbilden. Es verschafft ihnen dort einen überlebenswichtigen Vorteil.

Viele Pflanzen sind sogar zwingend darauf angewiesen und könnten ohne die Mithilfe des Pilzes nicht überleben. Zu diesen Mykorrhiza abhängigen Pflanzen zählen so wichtige Bonsai-Baumarten wie Kiefern, Fichten, Lärchen.

Mykorrhizamycel an einem Mädchenkiefer Bonsai
Mykorrhiza an Mädchenkiefer Bonsai

Welchen Vorteil haben Mykorrhiza und Bonsaibaum von der Symbiose ?

Das Pilzmycel erstreckt sich oft über grosse Flächen. Durch die Verbindung mit der Baumwurzel wird so der Bodenvorrat an Wasser und Nährsalzen viel besser für die Pflanze verfügbar. Die Pflanze ist somit nicht mehr nur auf ihre eigenen Wurzeln beschränkt, sondern bekommt zusätzlich vom Pilz in Wasser gelöste Mineralien geliefert. Ausserdem wird die Oberfläche der Wurzel durch das Pilzmycel deutlich vergrössert, was ebenfalls zu einer verbesserten Wasser- und Nährstoffaufnahme führt.

Viele Pilze sondern darüber hinaus Wuchsstoffe ab, die das Wachstum der Baumwurzel stimulieren. Ebenso werden Protonen (Wasserstoffionen) an das Erdreich abgegeben und im Gegenzug vor allem Phosphationen aufgenommen. Das Phosphat steht danach ebenfalls der Pflanze zur Verfügung.

Doch damit nicht genug. Indirekt ist der Symbiont (also der jeweilige Pilz) auch dafür verantwortlich, dass der Wirt (die Pflanze) einen Schutz gegen parasitäre Pilze entwickelt, indem die Mykorrhiza die Pflanze zur Produktion von Abwehrstoffen animiert und somit die Widerstandsfähigkeit gegen beispielsweise Wurzelfäule erhöht.

Die Pilze beliefern ihren Wirt natürlich nicht vollkommen uneigennützig. Pilze können im Gegensatz zur Pflanze keine Photosynthese durchführen, d.h. keine Energie aus Licht gewinnen. Sie sind stets auf die Versorgung mit organischem Material angewiesen, sei es tot (Saprophyten, sapros = faul, verfault; phyton = Pflanze) oder lebendig (Parasiten, pará = neben; sitos = gemästet). Im Falle einer Symbiose mit Pflanzen erhalten sie von diesen Kohlenhydrate (zumeist Glucose), Vitamine und auch Wachstumsstimulatoren.

Bekannte Mykorrhizapilze sind z.B. Fliegenpilze, Knollenblätterpilze, Steinpilze oder Trüffeln. Sie kommen bevorzugt in sauren Böden (pH 4-5) vor. Böden mit pH Werten über 7 weisen meist keine Mykorrhizapilze auf.

Welche Arten der Mykorrhiza Pilzen gibt es ?

Man unterscheidet die Mykorrhiza meist in 3 Gruppen:

Ektotrophe Mykorrhiza (=Ektomykorrhiza)

Bei der Ektomykorrhiza wird das gesamten Feinwurzelsystem der Pflanze von einer dichten Mycelhülle umgeben. Die Pilzhyphen dringen in die Rinde der Wurzel ein und bilden ein interzelluläres Gewebe zwischen den Zellen der Wurzelepidermis aus. Dieses Gewebe dient dem Stoffaustausch zwischen Pflanze und Pilz.

Mykorrhiza an Birken Bonsai

Ektomykorrhiza findet man besonders häufig bei Kieferngewächsen, Zypressengewächsen sowie bei Laubbaumarten der Gattungen Buchen (Fagus), Birken (Betula), Eichen (Quercus), Tilia (Linden), Populus (Pappeln), Salix (Weiden), Castanea (Esskastanien) und Myrthus (Myrthen).

Auffällig ist, das es sehr viele verschiedene Ektomykorrhiza Pilze gibt. Ausserdem kann eine Pflanzenart z.T. mit vielen Ektomykorrhizen Symbiosen eingehen.

Bei der Birke wurden mindestens 199 verschiedene Symbiosen gefunden. Die Fruchtkörper vieler Ektomykorrhiza Pilze sind bekannte Speisepilze (z.B. Birkenpilz).

Endotrophe Mykorrhiza (=Endomykorrhiza)

Bei der Endomykorrhiza ist die Interaktion zwischen Pflanze und Pilz sogar noch etwas enger. Hier werden nicht nur die Zellzwischenräume der Wurzeln durchzogen.

Ein Endomykorrhizapilz dringt mit seinen Hyphen direkt in die Wurzelzellen ein. Dies geschieht durch Enzyme, die der Pilz freisetzt. Die Hyphen, die in die Zelle eingedrungen sind, werden als Haustorien bezeichnet. Sie sind für den Stofftransport zwischen Pilz und Pflanze verantwortlich.

Eine bekannte Pflanze, die immer mit Ektomykorrhizapilzen in Symbiose vorkommt, ist die Heidelbeere. Sie wächst meist auf nährstoffarmen und sauren Böden und ist zwingend auf ihre Mykorrhiza angewiesen. Auch Orchideen können ohne Mykorrhiza nicht existieren.

Vesikular-arbuskuläre Mykorrhiza (=VA-Mykorrhiza)

Der Name der Vesikulär-arbuskulären Mykorrhiza rührt von zwei Eigenschaften her, die sie von den anderen Mykorrhizatypen unterscheidet: Sie bildet bläschenartige Speicher (Vesikel) und Arbuskeln (bäumchenartig verzweigte Hyphenenden) aus.

Die VA-Mykorrhiza kommt am häufigsten vor und ist bei fast allen Pflanzenfamilien zu finden. Trotz dieser grossen Bedeutung kommen nur ca. 30 verschiedene Arten von VA-Mykorrhiza vor. Diese gehören hauptsächlich zur Gattung Glomus und sind in der Lage, mit einer sehr grossen Anzahl von Pflanzen Symbiosen einzugehen. Der wohl wichtigste, pflanzenphysiologische Vorteil der VA-Mykorrhiza ist die stärkere Belieferung der Pflanze mit Phosphat.

Es gibt fast keine Pflanzenfamilie, die nicht mit VA-Mykorrhizen assoziiert sind. Oft wird die VA-Mykorrhiza zu dem Endomykorhizen gezählt. Eine genaue Unterscheidung zwischen den einzelnen Gruppen ist häufig schwer, da es viele, fliessende Übergänge gibt.

Die VA-Mykorrhizen sind für den Bonsaifreund die wichtigste Gruppe und sollten in einer guten Substratmischung nicht fehlen.

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